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Die kurze Antwort: meistens genau einer
In einem normalen Hausgarten lebt in der Regel ein einziger Maulwurf. Der Europäische Maulwurf ist ein ortstreuer Einzelgänger, der sich fast ausschließlich in seinem eigenen, weitverzweigten Bau aufhält und keinen Artgenossen im Revier duldet. Trifft er doch auf einen, endet das in Vertreibung – nicht in Nachbarschaft.
Das heißt: Fünfzehn Hügel sind fünfzehn Hügel, kein Hinweis auf fünfzehn Tiere. Ein einzelner Maulwurf produziert im Verlauf weniger Wochen ohne Weiteres zwei Dutzend Hügel, wenn er sein Gangsystem erweitert. Wer die Zahl der Tiere aus der Zahl der Hügel ableitet, überschätzt sie regelmäßig um ein Vielfaches – und kauft dann fünf Geräte, wo zwei gereicht hätten.

Wie groß ist ein Maulwurfrevier?
Die Reviergröße richtet sich vor allem nach dem Nahrungsangebot im Boden: Je mehr Regenwürmer und Larven, desto kleiner darf das Revier sein. Die Spannweite ist erheblich.
| Tier / Situation | Reviergröße |
|---|---|
| Weibchen | 1.300–2.100 m² |
| Männchen, außerhalb der Paarungszeit | 2.700–3.400 m² |
| Männchen, zur Fortpflanzungszeit | 7.300–7.700 m² |
| Nahrungsreicher Laubwald | ab 400 m² |
| Nahrungsarme Küstenlage | bis 5.000 m² |
Angaben nach kleinsaeuger.at zum Europäischen Maulwurf (Talpa europaea).
Der praktische Schluss daraus: Ein durchschnittlicher Hausgarten von 400 bis 800 m² ist für einen Maulwurf kein Revier, sondern ein Ausschnitt daraus. Sein Bau reicht mit hoher Wahrscheinlichkeit über den Zaun zum Nachbarn oder auf die angrenzende Wiese. Das erklärt zwei Beobachtungen, die viele Gartenbesitzer machen: warum das Tier trotz Störung immer wieder auftaucht – es hat Ausweichfläche – und warum Absprachen mit dem Nachbarn oft mehr bringen als das dritte Gerät im eigenen Rasen.
Das Gangsystem: 500 Meter unter dem Rasen
Ein Maulwurfbau ist kein einfacher Tunnel, sondern ein Netz aus Laufgängen in verschiedenen Tiefen, Wohnkessel, Vorratskammern und Fluchtwegen. Die Angaben zur Gesamtlänge gehen je nach Quelle auseinander: kleinsaeuger.at nennt eine Ausdehnung von bis zu 500 Metern, die Deutsche Wildtier Stiftung kommt bei aneinandergereihten Gängen auf bis zu zwei Kilometer. Beide Zahlen beschreiben denselben Befund: Was du oben siehst, ist ein Bruchteil dessen, was unten liegt.
Über den Tag verteilt hat der Maulwurf drei Aktivitätsphasen von je drei bis vier Stunden – Männchen im Herbst häufig nur zwei. In diesen Phasen patrouilliert er seine Gänge und sammelt ein, was hineingefallen ist: Die Gänge funktionieren als Fallgruben, in denen sich Regenwürmer und Insektenlarven bei ihren Wanderungen im Boden von selbst ansammeln. Den Rest der Zeit ruht er im Kessel.
Sein Nahrungsbedarf ist enorm – bis zu 100 Prozent des eigenen Körpergewichts pro Tag. Genau deshalb gräbt er so viel: Er muss ständig neue Fallgrubenstrecken erschließen. Und genau deshalb hört das Hügelaufwerfen auch nicht auf, solange er da ist.

Warum so viele Hügel entstehen
Ein Hügel ist kein Eingang, sondern Abraum. Wenn der Maulwurf einen neuen Gang gräbt, muss die Erde weg – er schiebt sie durch einen senkrechten Schacht nach oben. Ein Hügel bedeutet also: Hier wurde gerade Gang gebaut. Daraus folgt:
- Viele Hügel in kurzer Zeit heißen: hohe Bautätigkeit. Typisch im Frühjahr und Herbst, bei feuchtem Boden und wenn ein Tier ein Revier neu erschließt.
- Hügel in einer Linie markieren einen Hauptgang – die interessanteste Stelle für jede Maßnahme.
- Sehr große Hügel stammen oft aus tieferen Gängen: mehr Erdvolumen pro Meter Gang.
- Plötzlicher Stillstand bedeutet nicht zwingend Auszug. Bei Trockenheit ziehen sich die Beutetiere in tiefere Schichten zurück – der Maulwurf folgt ihnen und gräbt dort, ohne dass oben Erde erscheint.
So schätzt du die Zahl der Tiere selbst
Es gibt keine Methode, die Tiere im Boden zu zählen. Aber du kannst die Zahl der aktiven Reviere gut abschätzen:
- Alle Hügel flach treten und die Stellen mit Stäbchen markieren. Damit setzt du den Zähler auf null.
- Zwei bis drei Tage warten und notieren, wo neue Erde erscheint.
- Muster ansehen. Liegen die neuen Hügel in einer zusammenhängenden Linie oder Kette, arbeitet mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tier an einem Gangsystem.
- Auf getrennte Zonen achten. Zwei aktive Bereiche, die weit auseinanderliegen und durch nichts verbunden scheinen – etwa vorn und hinten am Haus –, können auf zwei Reviere hindeuten. Sicher ist das nicht: Ein Gangsystem über 500 Meter verbindet auch scheinbar getrennte Ecken.
- Fläche gegenrechnen. Liegt dein Garten unter 1.000 m², ist ein Tier die weit wahrscheinlichere Erklärung als zwei.
Wann es wirklich mehrere sind
Es gibt Situationen, in denen tatsächlich mehr als ein Maulwurf im Spiel ist:
- Frühsommer, Wanderzeit der Jungtiere. Nach der Paarungszeit von Ende Februar bis Anfang März kommen einmal jährlich vier bis fünf Junge zur Welt. Nach wenigen Wochen verlassen sie das mütterliche Revier und suchen ein eigenes. In dieser Phase queren mehrere Tiere dasselbe Gebiet – vorübergehend.
- Sehr große Grundstücke. Ab etwa 3.000 bis 5.000 m² kann die Fläche mehrere Reviere fassen, besonders bei gutem Nahrungsangebot.
- Revierwechsel nach Störung. Vertreibst du erfolgreich ein Tier, ist das Revier frei – und wird oft binnen Wochen neu besetzt. Was wie „mehrere gleichzeitig" wirkt, ist häufig eine Abfolge.
Wie viele Geräte brauchst du?
Für die Praxis ist die Tierzahl weniger wichtig als die Fläche des Gangsystems – denn du störst nicht das Tier, sondern seinen Bau. Da ein einzelner Maulwurf mehrere hundert Quadratmeter bespielt, richtet sich die Gerätezahl nach der Fläche, die du freihalten willst, und nach dem Boden: Feuchter, bindiger Lehm leitet Vibrationen weit, trockener Sand kaum.
Als Faustzahl: ein Gerät je 200 bis 300 m² auf feuchtem, bindigem Boden, je 100 bis 150 m² auf trockenem Sandboden. Wichtiger als die Menge ist aber die Platzierung – die häufigsten Fehler und ihre Korrektur stehen im Ratgeber Maulwurfvertreiber richtig platzieren. Welche Bauform zu deiner Fläche passt, klärt die Kaufberatung.
Häufige Fragen
Wie viele Maulwürfe leben in einem normalen Garten?
In einem durchschnittlichen Hausgarten lebt in der Regel ein einzelner Maulwurf. Die Tiere sind ortstreue Einzelgänger und dulden keine Artgenossen im eigenen Revier. Ein einziges Tier legt ein Gangsystem an, das sich über mehrere hundert Quadratmeter erstreckt und dabei problemlos zwanzig oder mehr Hügel aufwerfen kann. Von der Hügelzahl auf die Tierzahl zu schließen, führt deshalb fast immer in die Irre.
Wie groß ist das Revier eines Maulwurfs?
Die Reviergröße hängt stark vom Nahrungsangebot ab. Weibchen beanspruchen etwa 1.300 bis 2.100 Quadratmeter, Männchen außerhalb der Paarungszeit rund 2.700 bis 3.400 Quadratmeter. Zur Fortpflanzungszeit weiten Männchen ihr Revier auf 7.300 bis 7.700 Quadratmeter aus. In nahrungsreichen Laubwäldern können schon 400 Quadratmeter genügen, in kargen Küstenlagen werden es bis zu 5.000 Quadratmeter.
Kommen im Frühsommer plötzlich mehr Maulwürfe?
Ja, aber nur vorübergehend. Nach der Paarungszeit von Ende Februar bis Anfang März kommen einmal jährlich vier bis fünf Jungtiere zur Welt. Sie verlassen das mütterliche Revier nach wenigen Wochen und suchen sich ein eigenes. In dieser Wanderphase im Frühsommer tauchen tatsächlich kurzzeitig mehr Tiere in einem Gebiet auf – dauerhaft setzt sich danach wieder ein Einzeltier pro Revier durch.
